AMD Ryzen 2026: Kleine Updates für Ryzen AI und ein schnellerer X3D-Chip

6. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
AMD Ryzen AI- und Ryzen X3D-Prozessoren auf einem Mainboard

AMD startet ins Jahr 2026 mit viel bekanntem Silizium und nur wenigen echten Überraschungen.

Statt neuer Architekturen gibt es vor allem Feintuning: leicht höhere Taktraten für Ryzen AI 400 im Notebook, zwei clever positionierte Ryzen AI Max+-Modelle für Gaming-Laptops und Mini-PCs sowie einen einzigen neuen X3D-Desktop-Chip für AM5.

Ryzen AI 400: Nachfolger mit minimalen Änderungen

Die Serie Ryzen AI 400 tritt offiziell die Nachfolge der Ryzen AI 300-Chips an, die im Juni 2024 vorgestellt wurden. Technisch handelt es sich jedoch weitgehend um das gleiche Design mit etwas höheren Taktfrequenzen und schnellerem RAM.

Beispiel aus der Spitzengruppe:

  • Ryzen AI 9 HX 470
    • Maximaler Boost-Takt: bis zu 5,2 GHz (statt 5,1 GHz beim HX 370)
    • RAM-Unterstützung: LPDDR5x-8533 (zuvor LPDDR5x-8000)
    • NPU-Leistung: 60 TOPS (vorher 50 TOPS)

Die Basis bleibt unverändert:

  • Kombination aus Zen 5-Performance-Kernen und effizienteren Zen 5c-Kernen
  • 4 bis 16 RDNA 3-GPU-Kerne für die integrierte Grafik
  • Fertigung im 4-nm-Prozess von TSMC

AMD hat diese Strategie schon einmal gefahren: Die Ryzen 8040-Serie war im Kern ebenfalls nur eine leicht höher getaktete Variante der 7040-Generation. Für Käufer bedeutet das: Wenn Sie ein Notebook mit Ryzen AI 300 deutlich günstiger bekommen, verzichten Sie nur auf wenige Prozent Mehrleistung.

Ryzen AI Max+ 392 und 388: Volle iGPU, weniger CPU-Kerne

Spannender wird es bei den Ryzen AI Max+ 300-Chips, die in einigen Gaming-Notebooks, Mini-PCs und auch im Framework Desktop stecken.

Ihr Alleinstellungsmerkmal: eine sehr große integrierte Radeon-GPU, die an die Leistung von Einstiegs-Grafikkarten heranreicht.

Bisher galt: Wer alle 40 RDNA 3.5-GPU-Kerne aktiv haben wollte, musste automatisch auch zu einem Modell mit 16 CPU-Kernen greifen. AMD ergänzt die Palette nun um zwei neue Varianten:

  • Ryzen AI Max+ 392 – 40 GPU-Kerne, 12 CPU-Kerne
  • Ryzen AI Max+ 388 – 40 GPU-Kerne, 8 CPU-Kerne

Für die meisten Spiele ist die GPU der begrenzende Faktor. Die leicht reduzierte CPU-Kernzahl sollte die Frameraten daher kaum beeinflussen, ermöglicht aber potenziell günstigere Systeme. Wer primär eine starke integrierte Grafik für Gaming-Notebooks oder kompakte PCs sucht, bekommt damit attraktivere Optionen.

Kein FSR Redstone: RDNA 3 schaut in die Röhre

Der Haken an der Sache: Alle diese neuen Chips setzen weiterhin auf RDNA 3 bzw. 3.5 für die Grafik. Damit unterstützen sie FSR Redstone nicht – jenes neue Paket aus Upscaling- und Frame-Generation-Techniken, mit dem AMD zu Nvidias DLSS aufschließen will.

Redstone benötigt spezielle Hardware, die nur in RDNA 4 vorhanden ist. Diese steckt aktuell ausschließlich in dedizierten Radeon RX 9060- und 9070-Grafikkarten. Ryzen AI 400 und Ryzen AI Max+ 300 können zwar weiterhin ältere FSR-Versionen nutzen, bleiben aber von den jüngsten Bildqualitäts- und Performance-Verbesserungen ausgeschlossen.

Wer Wert auf die neueste Generation von Upscaling und Frame Generation legt, wird um ein System mit separater RDNA-4-GPU kaum herumkommen.

Desktop: Ryzen 7 9850X3D als einziges neues AM5-Modell

Auf dem Desktop ist AMDs 2026-Aufstellung schnell erklärt: Für den Sockel AM5 gibt es nur einen neuen Chip, den Ryzen 7 9850X3D.

Seine Eckdaten:

  • 8 Zen 5-Kerne
  • 64 MB 3D V-Cache
  • Maximaler Boost-Takt: bis zu 5,6 GHz, verglichen mit 5,2 GHz beim Ryzen 7 9800X3D

Unterm Strich ist das ein 9800X3D mit etwas höherem Takt – keine neue Architektur, keine zusätzlichen Kerne.

Wer auf Zen 6 oder eine grundlegend überarbeitete Ryzen-Generation gehofft hat, muss sich weiter gedulden. Angesichts der derzeit stark steigenden RAM- und Speicherpreise ist Abwarten oder der Griff zu einem reduzierten Zen-5-Modell ohnehin kein schlechter Plan.

Fazit: Wer sollte aufrüsten?

  • Notebook-Käufer: Ryzen AI 400 ist ein nettes Plus, aber kein Pflichtkauf. Ein günstigeres Gerät mit Ryzen AI 300 bleibt eine sehr vernünftige Wahl.
  • Gaming-Notebooks & Mini-PCs: Die neuen Ryzen AI Max+ 392 und 388 sind die spannendsten Neuzugänge: volle integrierte GPU-Leistung bei weniger CPU-Kernen und voraussichtlich attraktiveren Preisen.
  • Desktop-Builder: Der Ryzen 7 9850X3D bietet etwas mehr Takt und damit FPS, ist aber keine neue Generation. Wer bereits einen starken Zen-5-Chip besitzt, kann beruhigt auf den nächsten großen Sprung warten.

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