Nitro-Kaffee soll nicht mehr nur ein Café-Phänomen bleiben.
Auf der CES 2026 zeigt das Startup XBrew Lab mit EverNitro ein Tischgerät, das Nitro-Getränke ohne Einwegkartuschen direkt in der heimischen Küche möglich machen soll.
Nitro-Kaffee ohne Einwegkartuschen
Nitro-Kaffee ist kalt gebrühter Kaffee, der mit Stickstoff angereichert wird. Die winzigen Bläschen sorgen für eine cremige, fast Guinness-ähnliche Textur und einen natürlicherweise süßeren, weniger bitteren Geschmack.
Bisher basieren viele Consumer-Lösungen auf Einwegkartuschen oder aufwendigen Keg-Systemen. EverNitro positioniert sich als langfristig günstigere All-in-one-Alternative zu Wettbewerbern wie NitroBrew.
„Wir bieten die Qualität einer professionellen Zapfanlage mit dem Platzbedarf einer Kaffeemaschine. Während andere Ihnen Gas verkaufen, geben wir Ihnen die Technologie, um es kostenlos zu gewinnen“, sagt Gründer und CEO Terry Tan.
Das Gerät erzeugt Stickstoff direkt aus der Umgebungsluft; XBrew Lab spricht von 95 % Stickstoffreinheit. Damit entfällt nicht nur der Müll durch Kartuschen, sondern auch der laufende Verbrauch von Gas.
Kompaktes Gerät, variabler Einsatz
EverNitro ist in etwa so groß wie eine Standard-Kaffeemaschine und passt damit problemlos auf die Arbeitsplatte oder ins Regal. Der integrierte Behälter kann mit Kaffee, Cocktails oder anderen Getränken befüllt werden.
Über das Bedienfeld lässt sich der Druck zwischen 0 und 8 BAR einstellen – je nachdem, ob ein sanfter Nitro-Effekt oder eine dichtere, stout-artige Textur gewünscht ist. Vom Befüllen des Behälters bis zum fertigen Getränk vergehen nur wenige Minuten.
Eine begleitende App liefert Status-Updates, bleibt aber bewusst im Hintergrund – im Mittelpunkt steht klar die Hardware.
Kickstarter als Markttest
EverNitro startete im Oktober auf Kickstarter und hat bereits mehr als 570.000 US‑Dollar eingesammelt. Das deutet darauf hin, dass es eine zahlungsbereite Zielgruppe aus Home-Baristi und Cocktail-Fans gibt, die sich ein solches Premiumgerät auf die Arbeitsplatte stellen würden.
Die Preisstruktur sieht aktuell so aus:
- EverNitro Lite: 470 US‑Dollar im Handel für das Gerät plus einen Behälter (290 US‑Dollar für Unterstützer).
- EverNitro Pro: 583 US‑Dollar (337 US‑Dollar für Unterstützer) inklusive Gerät, zwei Behältern, einem Vorratsglas für Kaffeebohnen und Sets für Schlagsahne.
Zum Vergleich: Eine vergleichbare Tischlösung von NitroBrew liegt bei rund 1.000 US‑Dollar.
Blick nach vorn: Textur als nächste Spielwiese
Tan deutet an, dass EverNitro nur der Anfang ist: Das Team „erforscht, wie Gase die Textur aller Getränke grundlegend verbessern können, nicht nur von Kaffee. Stellen Sie sich ein Gerät vor, das nicht nur ausgibt, sondern intelligent einen Cocktail mixt oder Kaffee brüht und dann automatisch das perfekte Gasprofil auswählt, um Körper und Mundgefühl zu optimieren.“
Derzeit bleibt EverNitro ein Nischenprodukt für Enthusiasten. Aber wenn das Crowdfunding-Tempo anhält, könnte Nitro-Kaffee in Bar-Qualität bald genauso selbstverständlich zur heimischen Küchenausstattung gehören wie der Espressovollautomat.



