Die faszinierendsten Monitore der CES 2026

12. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Collage moderner PC-Monitore und All-in-One-Systeme, die auf der CES 2026 gezeigt wurden.

CES 2026 in Las Vegas hat deutlich gemacht: Der PC‑Monitor ist längst kein langweiliges Standard‑Peripheriegerät mehr. Von 51,5‑Zoll‑Produktivitätsriesen über 6K‑3D‑Displays bis hin zu 1.000‑Hz‑Esport‑Panels und einem „tragbaren Rechenzentrum“ mit 4K‑Bildschirm – die Branche dreht an allen Stellschrauben.

Hier sind die spannendsten Monitore und Display‑Experimente der Messe im Überblick.

Dell UltraSharp U5226KW: ein 51,5‑Zoll‑Desktop für Power‑User

Dells UltraSharp‑Reihe gilt seit Jahren als Empfehlung für alle, die einen zuverlässigen USB‑C‑Monitor für Windows und macOS suchen. Auf der CES 2026 setzt Dell vor allem auf eines: Größe.

  • Modell: UltraSharp U5226KW
  • Diagonale: 51,5 Zoll (größter UltraSharp bisher)
  • Auflösung: 6144×2560, rund 129 ppi
  • Panel: IPS Black
  • Anschlüsse: Thunderbolt‑4‑Hub mit bis zu 140 W Power Delivery
  • Extras: ausklappbares Anschlussmodul mit 27 W USB‑C und 10 W USB‑A, integrierter KVM‑Switch für bis zu vier PCs
  • Preis: 2.900 US‑Dollar mit Standfuß, 2.800 US‑Dollar ohne
  • Verfügbarkeit: bereits zur CES‑Woche gestartet

Technisch gibt es außer der Fläche und der enormen Anschlussvielfalt keine große Revolution. Dell positioniert den Monitor klar für Anwender, die heute mit zwei oder drei Displays arbeiten und diese gerne durch eine große, hochauflösende Arbeitsfläche ersetzen würden.

Wer parallel Code, Tabellen, Browser, E‑Mail und Collaboration‑Tools offen hat, bekommt hier einen Bildschirm, der eine klassische Multi‑Monitor‑Konfiguration ersetzen kann.

Lenovo ThinkCentre X AIO Aura: der Hochformat‑All‑in‑One

All‑in‑One‑Rechner spielen im PC‑Markt nur noch eine Nebenrolle. Lenovo hat zur CES dennoch ein Modell mitgebracht, das sich sichtbar von Geräten wie Apples 24‑Zoll‑iMac absetzt: einen AIO mit ungewöhnlich hohem Panel.

  • Produkt: Lenovo ThinkCentre X AIO Aura Edition
  • Seitenverhältnis: 16:18 – nicht quadratisch, aber deutlich höher als 16:9
  • Display: 27,6 Zoll IPS, 2560×2880
  • CPU (max.): bis zu Intel Core Ultra X7 Series 3
  • RAM: bis zu 64 GB LPDDR5x
  • Speicher: zwei M.2‑SSD‑Slots

Lenovo adressiert damit „Creators, Programmers, and Data Professionals“, die zwei A4‑Seiten oder komplette Datensätze auf einen Blick sehen möchten. Das 16:18‑Format macht genau das möglich: zwei Dokumentseiten in Originalgröße, lange Code‑Blöcke oder Dashboards mit viel vertikaler Information.

Auch softwareseitig zielt Lenovo klar auf Business‑Kunden:

  • Lenovo DeskView kann laut Hersteller „Dokumente, die vor den Bildschirm gelegt werden, digitalisieren und sofort teilen“.
  • Lenovo Share Zone erlaubt es, dass der Bildschirm gleichzeitig als Anzeige für den AIO sowie für ein zweites, angeschlossenes System dient.

Parallel dazu gibt es den Yoga AIO I Aura Edition mit 32‑Zoll‑4K‑Display und einem Standfuß, der abhängig vom Bildinhalt in verschiedenen Farben leuchtet. Dieses Modell richtet sich eher an Privatkunden und soll im zweiten Quartal für 2.400 US‑Dollar erscheinen.

Preis und Marktstart für den hohen ThinkCentre X AIO hat Lenovo noch nicht genannt. Der Trend ist dennoch klar: Nachdem viele Notebooks bereits auf höhere Seitenverhältnisse umstellen, ziehen nun auch Desktop‑Displays nach.

RGB‑Stripe‑OLED: bessere Lesbarkeit für Office und Coding

OLED‑Monitore sind für Spiele ein Traum, für Textarbeit aber oft problematisch. Der Grund ist nicht nur die Auflösung, sondern der Aufbau der Subpixel.

Heute dominieren zwei OLED‑Varianten im Monitor‑Segment:

  • WOLED‑Panels von LG Display mit RWBG‑ oder neueren RGWB‑Layouts,
  • QD‑OLED‑Panels von Samsung Display mit dreieckigem RGB‑Muster.

Windows ClearType ist jedoch für klassische LCDs mit geradlinigem RGB‑Stripe optimiert. In Kombination mit WOLED oder QD‑OLED kommt es daher häufig zu bunten Farbsäumen um Buchstaben, insbesondere unterhalb von 4K und besonders ausgeprägt bei QD‑OLED.

LG Display kehrt deshalb zu einem RGB‑Stripe‑Layout zurück. Das Unternehmen erklärte im Dezember:

„The RGB stripe structure arranges the three primary color subpixels—red, green, and blue—in a straight line, significantly reducing visual distortions such as color bleeding and fringing, even at close viewing distances.“

Frühere RGB‑Stripe‑OLED‑Monitore kamen maximal auf rund 60 Hz und waren damit für Gaming ungeeignet. LG Display gibt an, den „Anteil der lichtemittierenden Pixeloberfläche“ erhöht zu haben, um hohe Bildwiederholraten mit RGB‑Struktur in den Massenmarkt zu bringen.

Samsung Display verfolgt mit QD‑OLED einen etwas anderen Ansatz und führt eine vertikale RGB‑Subpixelstruktur namens „V‑stripe“ ein. Auf der CES wurde angekündigt, dass Asus und MSI im Laufe des Jahres entsprechende Monitore auf den Markt bringen werden.

Samsung beschreibt die technischen Hürden so:

„The biggest technical challenges in mass-producing high refresh rate panels with a new pixel structure include reduced organic material lifespan, heat generation, and brightness degradation.“

Lösen will man das mit der Top‑Emission‑Struktur von QD‑OLED, effizienteren Materialien und Design‑Optimierungen.

Erste Demos auf der CES zeigen: Text wirkt auf diesen neuen RGB‑Stripe‑OLEDs deutlich sauberer als auf bisherigen OLED‑Monitoren. LG und Gigabyte haben bereits RGB‑Stripe‑Modelle für 2026 angekündigt.

Wer OLED‑Monitore bisher wegen unscharfer Schrift gemieden hat, sollte diese Generation im Auge behalten.

Samsung Odyssey 3D in 6K: brillenloses 3D für starke GPUs

Samsung führt seine Offensive bei brillenlosen 3D‑Displays fort. Nach dem ersten Odyssey‑3D‑Monitor aus dem Jahr 2025 folgt nun eine größere und höher auflösende Variante.

  • Größe: 32 Zoll
  • Auflösung: 6K (6144×3456) bei 165 Hz
  • High‑Speed‑Modus: 3K (3072×1728) bei 330 Hz

Wie der 27‑Zoll‑Vorgänger (4K, 165 Hz) nutzt auch das neue Modell die App Odyssey 3D Hub, um stereoskopische Inhalte zu starten. Beim Start des ersten Monitors unterstützte der Hub 14 Spiele, aktuell sind es 29 Titel im Microsoft Store – ein Fortschritt, aber weiterhin ein vergleichsweise kleines Ökosystem für einen Monitor, der voraussichtlich über 2.000 US‑Dollar kosten wird (orientiert an der letzten Generation).

Der Bildschirm kann außerdem herkömmliche 2D‑Videos mit einem 3D‑Effekt versehen. Im Test des 27‑Zoll‑Modells funktionierte das bei YouTube‑Videos ordentlich, wenn auch mit leichtem „Pappaufsteller‑Effekt“.

Zwischen 6K‑Auflösung, 330 Hz bei 3K und Echtzeit‑3D‑Berechnung ist klar: Ohne eine sehr leistungsstarke Grafikkarte wird hier wenig Freude aufkommen. Der Monitor bleibt ein Nischenprodukt für Enthusiasten, zeigt aber, dass Samsung das Thema brillenloses 3D langfristig verfolgt.

Nvidia G‑Sync Pulsar: Bewegungsunschärfe im Fadenkreuz

Seit der Ankündigung auf der CES 2024 wartet die Gaming‑Szene auf reale Monitore mit G‑Sync Pulsar. 2026 ist es soweit.

Pulsar ist eine neue Form von Backlight‑Strobing:

  • Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet pro Bild nur für etwa ein Viertel der Frame‑Dauer und zwar kurz bevor die Pixel überschrieben werden.
  • Dadurch sieht das Auge primär Pixel, die bereits die Ziel‑Farbe erreicht haben, statt den Zwischenzustand während des Farbwechsels.
  • Das verringert die wahrgenommene Bewegungsunschärfe bei schnellen Bewegungen.

Klassische LCD‑Monitore lassen die Hintergrundbeleuchtung permanent an. Pulsar erinnert eher an Plasma‑Fernseher, die Pixel in sehr kurzen Impulsen ansteuerten.

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Lösungen wie Nvidia Ultra Low Motion Blur: Pulsar funktioniert mit variablen Bildwiederholraten (VRR).

Aktuell sind drei Pulsar‑Monitore im Handel:

  • Acer Predator XB273U F5
  • Asus ROG Strix Pulsar XG27AQNGV
  • MSI MPG 272QRF X36

Für ambitionierte Esport‑Spieler, die jedes Prozent bessere Zielverfolgung mitnehmen möchten, wird 2026 damit sehr interessant.

Odinn Omnia X: „tragbares Rechenzentrum“ mit 23,8‑Zoll‑4K‑Display

Die meisten CES‑Displays waren extrem dünn, extrem groß oder extrem schnell. Omnia X des kalifornischen Start‑ups Odinn war vor allem eines: extrem.

Das Unternehmen spricht von einem „portable data center“. Im Vergleich zu einem echten Rechenzentrum ist das zu hoch gegriffen, aber die Spezifikationen für ein System im Format eines Handgepäck‑Koffers sind beeindruckend:

  • Bis zu zwei AMD EPYC 9965 CPUs
  • Bis zu vier Nvidia H200 NVL GPUs
  • Bis zu 6 TB DDR5‑RAM
  • Gewicht: rund 77 Pfund (knapp 35 kg)
  • Display (optional): integriertes, ausklappbares 23,8‑Zoll‑4K‑Panel
  • Design: herunterklappbare Tastatur, zwei Tragegriffe

Omnia X nutzt laut Odinn ein redundantes Netzteil mit hohem Platinum‑Effizienzgrad – wichtig, um Abwärme und Energieverlust zu minimieren. Laut Interesting Engineering kommt ein proprietäres, geschlossenes Kühlsystem zum Einsatz.

Auf seiner Website richtet Odinn Omnia X an Szenarien wie „military AI missions“, „enterprise-grade simulations“ und große KI‑Modelle, die „without ever connecting to the cloud“ laufen sollen. Genannt werden unter anderem Edge‑Inference im militärischen Umfeld, Echtzeit‑Navigation, On‑Set‑Workflows für Kamerateams und VFX‑Studios sowie Analysen und forensische Untersuchungen auf großen, isolierten Datenbeständen.

CEO Carl Liebel sagte der Las Vegas Sun, Omnia X werde bei mindestens 550.000 US‑Dollar starten. Damit ist es wohl die extremste Kombination aus Hochleistungsrechner und integriertem Monitor, die man auf der CES 2026 sehen konnte.

1.000‑Hz‑Monitore: jenseits von 500 Hz

Auf jeder CES gibt es „den schnellsten Gaming‑Monitor aller Zeiten“. 2026 liegt die Messlatte bei 1.000 Hz.

Mehrere Hersteller wollen diese Marke erreichen. Philips und AOC haben bereits Panels angekündigt, die bei 720p mit 1.000 Hz laufen sollen. Am greifbarsten war jedoch Acers Prototyp.

  • Acer Predator XB273U F6
  • Größe: 27 Zoll
  • Bildwiederholrate: bis zu 1.000 Hz (auf der CES demonstriert)
  • QHD‑Modus: 2560×1440 bei 500 Hz

Acer hat das Display nicht nur gezeigt, sondern auch eine grobe Verfügbarkeit genannt: Der Marktstart ist für das zweite Quartal 2026 geplant.

Samsung kündigte parallel einen 1.040‑Hz‑Monitor (Odyssey G6 G60H) an, lieferte jedoch kaum technische Details und zeigte nur wenige Demos. Die zusätzlichen 40 Hz sind in der Praxis weniger relevant als das grundsätzliche Erreichen der 1.000‑Hz‑Marke.

Benötigt jemand realistisch einen 1.000‑Hz‑Monitor? Für fast alle Anwender lautet die Antwort nein. Dennoch bringen extrem hohe Bildwiederholraten Vorteile bei Bewegungsdarstellung und Eingabelatenz – Punkte, die im Esport‑Spitzenfeld weiterhin zählen.

Die CES 2026 zeigt damit vor allem eines: Die Entwicklung im Monitor‑Segment verlangsamt sich nicht, sie beschleunigt sich.

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