Ein abgelaufenes Zertifikat hat diese Woche zwei zentrale Logitech‑Apps auf dem Mac vollständig außer Gefecht gesetzt – inklusive aller benutzerdefinierten Einstellungen.
Die macOS‑Versionen von Logi Options+ und G Hub verweigerten plötzlich den Start. Nutzerinnen und Nutzer fanden ihre Mäuse, Tastaturen und andere Peripherie wieder im Auslieferungszustand vor.
Auslöser ist ein internes Sicherheitszertifikat, das Logitech versehentlich auslaufen ließ.
Die Ursache im Detail
Laut einer Logitech‑Supportseite und Reddit‑Beiträgen von Joe Santucci, Head of Global Marketing bei Logitech, handelt es sich um ein Zertifikat, das innerhalb der Software für die interne Kommunikation genutzt wird.
„The certificate that expired is used to secure inter-process communications and the expiration results in the software not being able to start successfully“, schrieb Santucci.
Ohne gültiges Zertifikat schlagen diese internen Verbindungen fehl – und damit der komplette Start der Anwendungen. Die Folge: Kein Zugriff mehr auf Makros, Tastatur‑Remapping, DPI‑Profile oder app‑spezifische Konfigurationen; die Geräte fallen auf ihre Hardware‑Standardwerte zurück.
Santucci zeigte sich ungewöhnlich deutlich:
„We dropped the ball here“, schrieb er in einem weiteren Beitrag. „This is an inexcusable mistake. We’re extremely sorry for the inconvenience caused.“
Patch vorhanden, aber kein Auto‑Update
Logitech hat inzwischen Patches für beide Apps veröffentlicht, die ein aktualisiertes Zertifikat enthalten. Allerdings gibt es ein Problem: Das gleiche abgelaufene Zertifikat legt auch den integrierten Updater lahm.
Die Software kann sich also nicht selbst reparieren.
Wer seine gewohnten Logitech‑Einstellungen zurückhaben möchte, muss daher selbst aktiv werden:
- Den Patch (oder eine aktualisierte Version der App) für Logi Options+ und/oder G Hub manuell von Logitech herunterladen.
- Den Patch für jede verwendete App separat installieren – ein Update der einen Anwendung behebt die andere nicht automatisch.
Nach erfolgreicher Installation sollten die Programme wieder starten und die zuvor gespeicherten Profile verfügbar sein.
Wichtige Falle: keine Neuinstallation
In der Logitech‑FAQ wird betont, dass der Patch vorhandene Einstellungen nicht anrührt:
„The patch will not affect the settings“, heißt es dort.
Viele erfahrene Anwenderinnen und Anwender haben bei Problemen jedoch bereits zum Standard‑Werkzeug gegriffen: Deinstallieren und neu installieren.
Wer Logi Options+ oder G Hub vor Einspielen des Patches entfernt und erneut installiert hat, hat damit auch alle lokalen Einstellungen und Profile gelöscht. Diese lassen sich durch den Patch nicht wiederherstellen, und Logitech weist ausdrücklich darauf hin, dass einige Nutzer dadurch bereits ihre Konfigurationen verloren haben.
Die Empfehlung lautet daher klar: Verwenden Sie ausschließlich das Patch‑Installationsprogramm – deinstallieren Sie die App vorher nicht.
Unterstützte macOS‑Versionen
Der aktuelle Patch funktioniert auf den letzten vier macOS‑Versionen:
- macOS 13 Ventura
- macOS 14 Sonoma
- macOS 15 Sequoia
- macOS 26 Tahoe
Für ältere macOS‑Versionen sollen „zu einem späteren Zeitpunkt“ eigene Fixes folgen.
Unabhängig davon liefert Apple Sicherheits‑ und Safari‑Updates derzeit nur für macOS 14, 15 und 26. Wer noch auf einer älteren Version unterwegs ist und ein kompatibles Gerät besitzt, sollte eher über ein Upgrade nachdenken, statt auf einen Legacy‑Patch zu warten.
Was der Vorfall zeigt
Formal handelt es sich nur um ein abgelaufenes Zertifikat. Praktisch demonstriert der Fall aber eindrucksvoll, wie abhängig moderne Eingabegeräte von komplexer Zusatzsoftware geworden sind. Wenn zentrale Desktop‑Tools ausfallen, reichen wenige vergessene Bits, um komplette Workflows zu blockieren.
Aktuell bleibt der Weg zur Lösung analog: Laden Sie die Logitech‑Patches herunter, installieren Sie sie für jede genutzte App und vermeiden Sie Neuinstallationen, wenn Ihnen Ihre Feineinstellungen wichtig sind.



