Motorola zeigt Razr Fold: Buchart-Foldable mit Stift und Triple‑50‑MP‑Kamera für den Sommer

7. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Motorola Razr Fold halb aufgeklapptes Buch-Foldable mit großem Innendisplay

Motorola erweitert seine Foldable‑Familie. Nach mehreren Generationen klappbarer Razr‑Flipphones hat das Unternehmen auf der CES das Motorola Razr Fold vorgestellt – ein buchartiges Foldable im Stil von Samsungs Galaxy Z Fold und Googles Pixel Fold. Der Marktstart ist für den Sommer 2026 geplant, doch viele Details hält Motorola bewusst zurück.

Großes Foldable, bekannte Eckdaten

Die bislang bestätigten technischen Daten ordnen das Gerät klar in die Klasse der großen Book‑Foldables ein:

  • 6,6‑Zoll‑Außendisplay für die Nutzung wie ein normales Smartphone
  • 8,1‑Zoll‑faltbares OLED‑Innendisplay
  • Hauptdisplay mit etwa 2K‑Auflösung (ungefähr 2.000 Pixel in der Höhe)

Damit bewegt sich das Razr Fold größenmäßig auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Zu Abmessungen, Gewicht, Akku und SoC schweigt Motorola noch. Ebenfalls offen ist, welche Android‑Version zum Einsatz kommt.

Interessant ist das vor dem Hintergrund, dass Google seinen Android‑Releasezyklus 2025 umgestellt hat, um besser zu den zahlreichen Sommer‑Launches zu passen. Ob das Razr Fold zum Start bereits mit Android 17 ausgeliefert wird, lässt Motorola ausdrücklich unbeantwortet.

Stylus-Unterstützung: Motorola geht dahin, wo Samsung aufgehört hat

Ein klarer Differenzierungsfaktor ist die Unterstützung für einen aktiven Stift.

Das Razr Fold ist kompatibel mit dem neuen Moto Pen Ultra, einem aktiven Stylus, der speziell für das große Innendisplay entwickelt wurde. Laut Motorola werden die hauseigenen System‑Apps zum Start Stifteingaben unterstützen. Wie gut Apps von Drittanbietern mitziehen, bleibt abzuwarten – genau hier lag häufig die Schwäche des S Pen auf Samsungs Galaxy‑Z‑Fold‑Reihe.

Bemerkenswert ist das Timing: Samsung hat mit dem Galaxy Z Fold 7 (2025) die offizielle S‑Pen‑Unterstützung eingestellt, während Motorola nun mit einem Stift‑Foldable nachzieht. Sollte die Software überzeugen, könnte das Razr Fold zur ersten Adresse für Nutzerinnen und Nutzer werden, die auf einem buchartigen Foldable ernsthaft schreiben oder zeichnen möchten.

Triple‑50‑MP‑Kameras – mit sichtbarem Kamerabuckel

Bei der Kameraausstattung zeigt sich Motorola ungewöhnlich auskunftsfreudig – kein Wunder, denn hier fallen Book‑Foldables oft spürbar ab.

Das Razr Fold erhält ein Triple‑Kamera‑Setup mit jeweils 50 Megapixeln:

  • 50‑MP‑Hauptkamera mit einem Sony‑Lytia‑Sensor
  • 50‑MP‑Ultrawide mit zusätzlicher Makro‑Funktion
  • 50‑MP‑Teleobjektiv mit 3‑fach‑Zoom

Auf dem Datenblatt ist das eine starke Ausstattung für ein Foldable. Viele Wettbewerber setzen nur bei der Hauptkamera auf ein Flaggschiff‑Sensor und sparen bei Ultraweitwinkel und Tele deutlich ein.

Allerdings hat das optische Konsequenzen: Das Kameramodul auf der Rückseite baut deutlich auf und wirkt optisch so, als würde es die Gehäusedicke in diesem Bereich nahezu verdoppeln. Genaue Millimeter‑Angaben nennt Motorola noch nicht, aber der Kamerabuckel ist unübersehbar.

Software für den Formfaktor und Motorolas neue KI‑Schicht

Motorola verspricht, dass die Software den Formfaktor gezielt ausnutzt, bleibt dabei aber sehr vage. Genannt werden:

  • „flexible Layouts“
  • „adaptive Interfaces“
  • „Multitasking‑Verbesserungen“

Das kann von intelligenterer Split‑Screen‑Nutzung bis hin zu nahtlosen Übergängen zwischen Außen‑ und Innendisplay vieles bedeuten. Konkrete UI‑Demos steht Motorola allerdings noch schuldig.

Sicher ist: Das Razr Fold wird Teil von Motorolas wachsendem KI‑Portfolio. Bestehende Funktionen wie Catch Me Up und Pay Attention bleiben an Bord. Neu hinzu kommt Qira, eine KI‑Erfahrung, die sich über Motorola‑Smartphones und Lenovo‑Rechner spannt.

Laut Motorola soll Qira:

  • den Nutzungskontext zwischen Motorola‑Phones und Lenovo‑Laptops mitführen,
  • Aktionen über verschiedene Apps hinweg erleichtern,
  • Dokumente generieren,
  • und kontextbezogene Erinnerungen anbieten.

Die Plattform basiert auf Technologien von Partnern wie Microsoft und Perplexity. Zunächst startet Qira auf Lenovo‑Notebooks, anschließend folgt die Integration in Motorolas Edge‑ und Razr‑Reihen. Das Razr Fold soll Qira bereits zum Launch unterstützen und gehört damit zu den ersten Smartphones, bei denen diese KI‑Schicht eine zentrale Rolle spielt.

Preisfrage: Motorola mauert

Gerade beim Preis bleiben die größten Fragezeichen. Motorola verweigert jede Schätzung, selbst einen groben Zielbereich.

Dabei liegen die meisten buchartigen Foldables weiterhin um die 2.000 US‑Dollar, und die Komponenten für diese Geräte werden tendenziell eher teurer als günstiger. Offiziell heißt es von Motorola lediglich, es sei zu früh für eine Preisnennung.

Damit bleibt das Razr Fold vorerst ein Versprechen – ein Full‑Size‑Foldable mit

  • 6,6‑Zoll‑Cover‑Display und 8,1‑Zoll‑2K‑OLED innen,
  • Unterstützung für den aktiven Moto Pen Ultra,
  • Triple‑50‑MP‑Kamerasystem mit Sony‑Lytia‑Hauptsensor,
  • auf den Formfaktor zugeschnittener Software und der neuen, geräteübergreifenden KI‑Ebene Qira.

Ob Motorola sich dem Preisniveau von etwa 2.000 Dollar beugt oder einen mutigen Gegenakzent setzt, erfahren Sie, wenn der Sommer‑Start 2026 näher rückt.

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