Anthropic peilt angeblich 10 Milliarden Dollar Finanzierung bei 350‑Milliarden‑Bewertung an

7. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Anthropic-Logo auf einem Bildschirm vor eingeblendeten Finanzdiagrammen

Anthropic steht offenbar vor der nächsten XXL‑Finanzierungsrunde im KI‑Boom.

Der Entwickler von Claude bereitet laut einem Bericht des Wall Street Journal eine neue Kapitalspritze über 10 Milliarden US‑Dollar bei einer Bewertung von 350 Milliarden US‑Dollar vor. TechCrunch hat Umfang und Bewertung der Runde unabhängig davon mit einer mit der Angelegenheit vertrauten Person bestätigt.

Kommt der Deal wie geplant zustande, würde sich die Bewertung von Anthropic innerhalb von drei Monaten nahezu verdoppeln.

Von 61,5 auf 350 Milliarden US‑Dollar

Erst vor drei Monaten sammelte Anthropic in einer Series‑F‑Runde 13 Milliarden US‑Dollar ein – bei einer Bewertung von 183 Milliarden US‑Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen im März 3,5 Milliarden US‑Dollar zu einer Bewertung von 61,5 Milliarden US‑Dollar aufgenommen.

Damit ist die rechnerische Bewertung in weniger als einem Jahr von 61,5 auf kolportierte 350 Milliarden US‑Dollar gestiegen – gestützt durch zwei außergewöhnlich große Finanzierungsrunden.

Geführt werden soll die neue Runde laut WSJ von Coatue Management und GIC, dem Staatsfonds Singapurs. Der Abschluss wird in den kommenden Wochen erwartet, der endgültige Gesamtbetrag kann sich jedoch noch ändern.

Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.

Getrennt vom 15‑Milliarden‑Deal mit Nvidia und Microsoft

Die jetzt geplante Eigenkapitalrunde ist getrennt von einer weiteren, komplexen Finanzierungskonstruktion, die Anthropic kürzlich mit Nvidia und Microsoft vereinbart hat.

Die beiden Konzerne haben sich verpflichtet, 15 Milliarden US‑Dollar in Anthropic zu investieren – in einem „zirkulären“ Deal, bei dem Anthropic im Gegenzug Rechenkapazität im Wert von 30 Milliarden US‑Dollar bei Microsoft Azure einkaufen würde, betrieben auf Nvidia‑Chips.

Zusammengenommen unterstreichen diese Vereinbarungen, wie kapitalintensiv der Aufbau von KI im Spitzenfeld geworden ist. Anthropic sichert sich damit sowohl frisches Eigenkapital als auch langfristigen Zugang zu knapper GPU‑Rechenleistung.

Claude Code als Zugpferd – und der Weg an die Börse

Das neue Geld soll Anthropic zusätzlichen Spielraum geben, während das Unternehmen mit Claude Code zunehmend Entwickler für sich gewinnt. Das Tool zur Automatisierung von Programmieraufgaben wird von Claude Opus 4.5 angetrieben.

In der aktuellen Phase des KI‑Wettlaufs ist die Verankerung in Entwickler‑Workflows – von der täglichen Softwareentwicklung bis zur schnellen Prototypenerstellung – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Gleichzeitig bereitet sich Anthropic auf einen möglichen Börsengang noch in diesem Jahr vor, gemeinsam mit seinem wichtigsten Rivalen OpenAI.

OpenAI verhandelt Medienberichten zufolge über eine Finanzierung von bis zu 100 Milliarden US‑Dollar bei einer Bewertung von 750 Milliarden US‑Dollar. Sollten beide Deals in dieser Größenordnung zustande kommen, würde ein großer Teil der KI‑Wertschöpfung zunächst bei zwei nicht börsennotierten Unternehmen mit Bewertungen in dreistelliger Milliardenhöhe liegen.

Für den Moment zeigt die geplante 10‑Milliarden‑Runde jedoch vor allem eines: Spätphasen‑Investoren sind weiterhin bereit, enorme Summen zu investieren, um sich einen Platz an der absoluten Spitze des KI‑Marktes zu sichern.

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