Die bizarrsten CES-2026-Gadgets: KI-Panda, Eiswürfelmaschine und musikalische Lollis

6. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Collage ungewöhnlicher CES-2026-Gadgets, darunter ein KI-Panda-Roboter und eine holografische Anime-Assistentin

Wer auf die CES fährt, rechnet mit Fernsehern, Autos und Laptops. Die eigentlichen Gesprächsstoff-Lieferanten sind aber traditionell die Produkte, bei denen man sich fragt: „Wer hat das genehmigt?“

2026 ist das nicht anders. Von Razers holografischer Anime-Assistentin, die Sie vom Schreibtisch aus beobachtet, über eine KI-gestützte Eiswürfelmaschine bis hin zu einem Lollipop, der Ice Spice direkt in Ihren Kopf spielt – hier sind die bislang skurrilsten Ankündigungen der Messe.

Razers holografische Anime-Assistentin, die Sie ständig im Blick hat

Project AVA von Razer wurde im vergangenen Jahr als KI-Coach für E-Sport vorgestellt. Zur CES 2026 präsentiert das Unternehmen nun eine deutlich ungewöhnlichere Evolutionsstufe: einen 5,5-Zoll großen animierten Hologramm-Begleiter für den Schreibtisch.

Die neue AVA-Version soll gleichzeitig Gaming-Buddy und Alltagsassistent sein. Laut Razer kann das System:

  • Strategien für Spiele vorschlagen,
  • bei Produktivität und Tagesplanung unterstützen,
  • leichte „Life-Management“-Aufgaben und persönliche Tipps liefern.

Nutzerinnen und Nutzer wählen aus verschiedenen Avataren, etwa der Anime-Figur Kira oder dem muskulösen Zane. Die Figuren sind mit:

  • lebensechten Bewegungen,
  • Blickverfolgung,
  • ausdrucksstarken Gesichtern und
  • Lippensynchronisation

ausgestattet, um die Interaktionen möglichst real wirken zu lassen.

Der beunruhigende Teil: AVA beobachtet Sie permanent – über eine integrierte Kamera, die sowohl Sie als auch Ihren Bildschirm erfasst, um in Echtzeit reagieren zu können. In Zeiten von Webcam-Abklebern dürfte das für einige Nutzer*innen eine klare Grenze überschreiten.

Wichtig: Es handelt sich weiterhin um ein Konzept. Ob Project AVA jemals als fertiges Produkt erscheint, ist völlig offen.

An’An: Der KI-Panda-Babyroboter für Senior*innen

Wesentlich freundlicher wirkt An’An, der neueste KI-Haustier-Roboter von Mind with Heart Robotics. Optisch ist er ein knuddeliges Panda-Baby, funktional soll er ein ernstzunehmendes Tool für die Betreuung älterer Menschen sein.

Der Panda ist mit zahlreichen Sensoren über den gesamten Körper ausgestattet und reagiert auf Berührungen, Streicheln und Umarmungen.

Seine „emotionale KI“ soll:

  • Ihre Stimme erkennen und sich merken,
  • aus Ihren Interaktionen lernen,
  • Ihre Vorlieben im Laufe der Zeit besser verstehen.

Je länger jemand mit An’An verbringt, desto persönlicher und angepasster soll das Verhalten des Roboters werden. Ziel ist eine rund-um-die-Uhr emotionale Unterstützung, um Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.

Darüber hinaus hat An’An eine praktische Seite. Für Senior*innen mit Gedächtnisproblemen kann der Panda:

  • geistig fordernde Interaktionen bieten,
  • an alltägliche Aufgaben erinnern,
  • Betreuer*innen über grundlegendes Wohlbefinden informieren.

Ein weiches, verspieltes Design, hinter dem eine sehr gezielte Anwendung steckt: technische Unterstützung für ein würdigeres Altern.

Eiswürfel für 500 Dollar: Die KI-Nugget-Eismaschine von GoveeLife

Wer schon einmal eine Nuggets-Eiswürfelmaschine in der Küche hatte, weiß: Sie kann erstaunlich laut werden. GoveeLife versucht das Problem mit einer neuen smarten Tisch-Eiswürfelmaschine zu lösen, die KI für ein leiseres Betriebsgeräusch nutzt.

Die Smart Nugget Ice Maker Pro setzt auf die firmeneigene AI NoiseGuard-Technologie. Sie soll erkennen, wenn das Gerät intern kurz vor einem „Geräusch-Peak“ steht – also wenn Teile zu stark festfrieren und zu klappern beginnen – und dann automatisch einen Abtauvorgang starten.

Die Eckdaten:

  • erste frische Eiswürfel in etwa 6 Minuten,
  • bis zu 60 Pfund Eis pro Tag,
  • 3,5 Pfund Fassungsvermögen im Eiskorb,
  • Preis: 499,99 US-Dollar.

Für eine Eiswürfelmaschine ist das viel Geld – aber Nugget-Eis hat eine treue Fanbase. GoveeLife will den Smart Nugget Ice Maker Pro ab dem 15. Januar über Amazon, govee.com, Walmart und Best Buy anbieten.

Ultrasonisches Küchenmesser mit 30.000 Vibrationen pro Sekunde

Statt noch einen „smarten“ Ofen zu bauen, bringt Seattle Ultrasonics ein Hightech-Kochmesser mit zur CES. Der Clou: Die Klinge vibriert mit über 30.000 Schwingungen pro Sekunde.

Diese Ultraschallbewegung soll dafür sorgen, dass sich das Messer deutlich leichter durch Lebensmittel arbeitet als ein herkömmliches Messer mit vergleichbarer Schärfe.

Versprochen werden:

  • müheloseres Schneiden von Gemüse, Fleisch und Brot,
  • weniger Kraftaufwand bei jedem Schnitt,
  • saubere Schnitte ohne extrem dünn ausgeschliffene Klinge.

Laut Seattle Ultrasonics sind die Vibrationen so dezent, dass:

  • die Klinge mit bloßem Auge nicht erkennbar wackelt,
  • kein zusätzliches Geräusch entsteht,
  • im Griff nichts zu spüren ist.

Das Messer kostet 399 US-Dollar und ist derzeit vorbestellbar. Für manche dürfte das übertechnisiert wirken, für andere – etwa Menschen mit geringerer Handkraft – könnte es ein spannendes Spezialwerkzeug sein.

Musikalischer Lollipop: Ice Spice via Knochenleitung

Musik-Zahnbürsten gibt es schon länger. Lollipop Star treibt das Konzept auf die Spitze: ein Lollipop, der Musik über Knochenleitung abspielt.

Statt über einen Lautsprecher in den Raum zu schallen, werden bei diesem Lutscher feine Vibrationen erzeugt, die über Ihre Schädelknochen direkt ins Innenohr gelangen. Während Sie schlecken, hören nur Sie den Soundtrack.

Passend dazu gibt es Künstler- und Geschmacks-Kombos:

  • Ice Spice – Pfirsichgeschmack,
  • Akon – Blaubeer-Geschmack,
  • Armani White – Limetten-Geschmack.

Das Ergebnis ist eine Mischung aus Süßware, Audio-Gadget und Merchandising. Ob es je den Sprung in den Massenmarkt schafft, ist offen – als CES-Highlight im Bereich „What the Tech?!“ funktioniert es jetzt schon.

Die absurde Seite der CES lebt weiter

Zwischen KI-Plattformen, Robotik und Smart-Home-Ökosystemen zeigen diese Produkte, dass die experimentelle, manchmal herrlich absurde Seite der Unterhaltungselektronik noch lange nicht tot ist.

Ein KI-Panda für Senior*innen, eine holografische Anime-Assistentin mit Dauerblick, ein ultraschallverstärktes Messer, eine KI-Eiswürfelmaschine und Lollipops mit Knochenleitungs-Sound – kein einziges davon ist lebensnotwendig. Aber alle erzählen etwas darüber, wohin Hersteller die nächsten Nischen und Aufmerksamkeitsschübe verorten.

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