Der CES 2026 in Las Vegas hat offiziell noch gar nicht begonnen, doch die Neuheiten prasseln bereits herein.
Die Messe öffnet ihre Tore erst am 6. Januar, aber Unternehmen wie Amazon, Nvidia, Hyundai, AMD, LG und Bosch nutzen die Tage davor für ihre großen Ankündigungen. Wie der Live‑Bericht von TechCrunch zeigt, dreht sich erneut vieles um KI – diesmal jedoch deutlich stärker in Verbindung mit Hardware: Lautsprecher, Küchengeräte, Wearables und sogar ein Smartphone im BlackBerry‑Stil.
Ein Überblick über die ersten Highlights.
LG macht den Partylautsprecher zur KI‑Karaoke‑Maschine
LG führt vor, dass es auf dem CES kaum noch Hardware ohne KI gibt.
Der neue Party‑Lautsprecher xboom Stage 501 nutzt KI, um Gesang aus „praktisch jedem Song“ herauszufiltern und die Titel in Karaoke‑Versionen zu verwandeln. Zusätzlich kann die Software die Tonhöhe anpassen, damit Sie nicht exakt in der Originaltonart singen müssen.
Die technischen Daten des Lautsprechers:
- 99‑Wh‑Wechselakku für längere Einsätze
- 220 W Ausgangsleistung am Netz
- 160 W Ausgangsleistung im Akkubetrieb
Die Botschaft: ein Gerät für Musik, Karaoke‑Modus und ausreichend Power für die ganze Party.
KI im Eiswürfelbereiter
Die Beleuchtungsmarke Govee bringt mit ihrer Haushaltslinie Govee Life KI in ein eher unspektakuläres Küchengerät: einen kompakten Eiswürfelbereiter für die Arbeitsplatte.
Der Smart Nugget Ice Maker Pro richtet sich an Hosts, die Wert auf den „trendigen“ Nugget‑Eisstil für ihre Cocktails legen. Das Gerät kann:
- innerhalb von rund 6 Minuten mit der Eisproduktion beginnen,
- bis zu 60 Pfund Eis pro Tag herstellen,
- bis zu 3,5 Pfund Eis im mitgelieferten Behälter aufnehmen.
Die KI sorgt hier nicht für Sprachsteuerung oder Rezeptvorschläge. Stattdessen wurde sie darauf trainiert, sogenannte Freeze‑Ups zu erkennen – Blockaden im System, die bei Nugget‑Maschinen häufig vorkommen und laute, störende Geräusche verursachen. Erkennt das Gerät eine solche Situation, startet es automatisch einen Abtauvorgang, um den Betrieb leiser und kontinuierlicher zu halten.
Ein Beispiel dafür, wie KI für Zuverlässigkeit und Geräuschreduzierung genutzt werden kann, statt nur als Marketing‑Buzzword.
Clicks setzt auf das Comeback der physischen Tastatur
Das Startup Clicks, bekannt für eine Hülle, die das Smartphone in etwas BlackBerry‑Ähnliches verwandelt, geht den nächsten Schritt – und baut nun selbst ein Telefon.
Vorgestellt wurden zwei Produkte:
- Communicator: ein Smartphone für 499 US‑Dollar, konzipiert als Zweitgerät, mit integrierter physischer Tastatur – optisch fast eine moderne BlackBerry‑Neuauflage.
- Slide‑Out‑Keyboard: eine Snap‑On‑Tastatur für 79 US‑Dollar, die mit den meisten Smart‑Devices funktioniert und sich mit Smartphones sowohl im Hoch‑ als auch im Querformat nutzen lässt.
Während aktuelle Flaggschiffe auf randlose Displays setzen, baut Clicks auf eine Nische von Power‑Usern, Vielschreibern und Nostalgikern, die echte Tasten und Muskelgedächtnis dem Tippen auf Glas vorziehen.
Pebble bringt seine dünnste Smartwatch als Pebble Round 2 zurück
Kurz vor dem CES‑Start meldet sich auch Pebble mit einem Reboot seiner bislang dünnsten Smartwatch zurück.
Die neue Pebble Round 2 kostet 199 US‑Dollar und bietet:
- ein rundes Display,
- eine Akkulaufzeit von bis zu 2 Wochen pro Ladung,
- grundlegendes Health‑ und Activity‑Tracking, darunter Schritte und Schlaf.
Bemerkenswert ist das, was fehlt: Es gibt keinen Herzfrequenzsensor. Pebble positioniert die Uhr damit eher als minimalistische Smartwatch für Benachrichtigungen und Basis‑Tracking denn als vollwertigen Fitness‑Tracker.
Die Pebble Round 2 ist in drei Farben erhältlich – Schwarz, Silber und Roségold – und unterstützt je nach Modell 14‑mm‑ oder 20‑mm‑Armbänder. Das Konzept wirkt bewusst retro: lange Laufzeit, einfache Funktionen, weniger Ablenkung.
Die größere CES‑Story 2026: KI trifft auf die reale Welt
Laut den TechCrunch‑Reporter:innen vor Ort steht KI zwar erneut im Mittelpunkt des CES 2026, doch der Fokus verschiebt sich. Statt nur um Chatbots und Office‑Tools geht es darum, wie KI mit der physischen Welt verschmilzt – in Fabriken, Robotik, autonomen Fahrzeugen und nun auch in Karaoke‑Lautsprechern und Eiswürfelbereitern.
Das TechCrunch‑Team ist bereits in Las Vegas, trifft Gründer:innen, testet Prototypen und durchforstet die typischen skurrilen, wilden und manchmal völlig überflüssigen Gadgets, für die der CES bekannt ist. Offiziell startet die Messe zwar erst am 6. Januar, doch die Produktankündigungen laufen schon jetzt im Minutentakt.
Zu erwarten sind noch mehr KI‑gestützte Geräte, weitere Versuche, nostalgische Formfaktoren wiederzubeleben, und viele Experimente an der Grenze dessen, was wir im Alltag wirklich brauchen.
Der frühe Auftakt des CES 2026 gehört jedenfalls einem Karaoke‑Lautsprecher, der Ihre Lieblingskünstler stummschaltet, einem Eiswürfelmacher, der auf Störungen „lauscht“, einem BlackBerry‑ähnlichen Tastatur‑Phone und einer runden Smartwatch, die bis zu zwei Wochen ohne Steckdose auskommen soll.


