Beim Startup Battlefield von TechCrunch Disrupt ist die Eintrittshürde hoch: Jedes Jahr bewerben sich Tausende, aber nur 200 Startups schaffen es in die Auswahl „Startup Battlefield 200“. Aus dieser Gruppe treten 20 Teams auf der Hauptbühne gegeneinander an – für den Startup Battlefield Cup und 100.000 US‑Dollar Preisgeld.
Die übrigen 180 sind jedoch alles andere als zweite Liga. Gerade im Enterprise‑Segment zeigt die Auswahl sehr klar, wohin sich B2B‑Software und KI in Unternehmen entwickeln.
Hier sind alle 32 Enterprise-Tech-Startups aus dem Battlefield 200 Jahrgang 2025 – und weshalb sie TechCrunch überzeugt haben.
Warum diese 32 Enterprise-Startups spannend sind
Enterprise-Themen schaffen es selten in die großen Schlagzeilen, sind aber oft dort, wo KI, Infrastruktur und Automatisierung zuerst echten geschäftlichen Nutzen bringen.
Für Entscheider und Entwickler im DACH‑Raum ist diese Liste ein guter Indikator, welche Kategorien Investoren und Kunden global nachfragen:
- KI‑Agenten und Copilots direkt in kritischen Workflows
- Trust-, Safety- und Compliance-Lösungen rund um KI
- Werkzeuge, die Altsysteme und unstrukturierte Daten nutzbar machen
- Vertikale SaaS‑Plattformen für bislang wenig digitalisierte Bereiche
Die 32 Enterprise-Tech-Startups im Überblick
AI Seer — Entwickelt mehrdimensionale KI‑Systeme zur Aufdeckung von „Unwahrheiten“ und zur Authentifizierung von Informationen, inklusive einem KI‑gestützten Echtzeit‑Faktenchecker und einem Polygraph‑ähnlichen Gerät der nächsten Generation.
Atlantix Portal — Plattform für angehende Gründer mit einer durchsuchbaren Datenbank von über 6.000 universitären Forschungsinnovationen sowie Beispielen für Pitches, Businesspläne und Launch‑Material.
Billow AI — KI‑gestützte Tools für Finanzabteilungen, die manuelle Workflows automatisieren und dabei verschiedene KI‑Modelle jenseits von LLMs einsetzen, unter anderem Sprach‑Technologie.
Blok — Ermöglicht Produktteams Nutzertests mit synthetischen Usern – KI‑Agenten, die die eigene Nutzerbasis abbilden und schnelleres Feedback liefern als klassische A/B‑Tests oder Umfragen.
Breakout — Ein Inbound‑Sales-Development‑Agent auf KI‑Basis, der Website‑Besuche in personalisierte, interaktive Erlebnisse verwandelt, Fragen beantwortet und Empfehlungen gibt.
Cashew Research — Next‑Gen‑Plattform für Marktforschung, mit der Marketer Pläne entwickeln und eigene Panels aus realen Kunden – nicht aus synthetischen KI‑Daten – befragen können.
CODA — Bietet KI‑Avatare, die gesprochene und geschriebene Sprache in Gebärdensprache übersetzen, um Barrierefreiheit für gehörlose und schwerhörige Menschen zu verbessern.
Collabwriting — Web‑Highlighting- und Notiz‑Tool zum Speichern von Inhalten und Anmerkungen über Apps hinweg, ergänzt um KI‑Features wie Faktencheck und „Knowledge Triggers“, die relevante Informationen zum richtigen Zeitpunkt einblenden.
Dextego — Setzt auf Verhaltensforschung, um KI‑Coaches für Mitarbeiter zu entwickeln, etwa für Leadership, Vertrieb, Motivation oder Rollenspiele.
Dobs AI — KI‑Agenten, die große Mengen unstrukturierter Unternehmensdokumente durchsuchen, Informationen extrahieren und Analysen erzeugen – bei voller Datenhoheit im Unternehmen und ohne Weitergabe an Modellanbieter.
Elloe AI — Adressiert das Halluzinationsproblem von KI durch Echtzeit‑Faktencheck von Modell‑Outputs und agiert als unabhängiger KI‑„Auditor“, der nicht auf denselben LLMs basiert.
Elroi — Plattform für das Management von Nutzereinwilligungen und die Bereitstellung von datenschutzkonformen, nutzergestützten Datensätzen für das Training von KI.
Etiq AI — Ein Data‑Science‑Copilot, der Datenquellen anbindet und KI‑Codegenerierung sowie agentische Workflows unterstützt – mit starkem Fokus auf Datenkontext und Genauigkeit.
GRAVL — Storefront‑Plattform für Core‑Research‑Facilities, im Prinzip ein „Shopify für wissenschaftliche Einrichtungen“, die Technologien lizenzieren wollen, aber IT‑ und Web‑Infrastruktur benötigen.
Hypercubic — Fängt das institutionelle Wissen rund um alte Mainframe‑Applikationen ein und nutzt KI für Dokumentation und Debugging der Legacy‑Codes, auf denen viele Enterprise‑Kernsysteme basieren.
JustAI — Bietet KI‑Agenten für Marketingaufgaben, die Kampagnen von der Planung bis zur Ergebnisanalyse End‑to‑End ausführen sollen.
KrosAI — Sprach‑KI‑Agenten inklusive Telefonnummern‑Provisionierung für rund 50 Schwellenländer, optimiert für extrem niedrige Latenz, z. B. in Callcentern.
Libertify — Wandelt Dokumente wie PowerPoints oder PDFs in interaktive KI‑Videos um, in denen das Dokument sich selbst erklärt und Fragen beantwortet, während die zugrunde liegenden Daten geschützt bleiben.
Maisa — Plattform für Enterprise‑KI‑Agenten als digitale Mitarbeiter, ausgelegt auf komplexe Prozesse und mit vollständig auditierbaren Protokollen der Agententätigkeiten.
Mappa — Recruiting‑Plattform mit Verhaltens‑Sprachanalyse; ein eigens trainiertes Modell wertet Sprachmuster aus, die mit Merkmalen wie Kommunikationsstil, Empathie oder Selbstbewusstsein korrelieren.
mAy-I — Computer‑Vision‑Lösung für Einzelhandel und andere stark frequentierte Orte, die Besucherdaten wie Geschlecht, Altersgruppe und Customer Journey im Raum erfasst – ähnlich wie Analytics im E‑Commerce.
Mendo — Schulungs‑Tool, das Mitarbeitern zeigt, wie sie generative KI im Unternehmen sinnvoll einsetzen, und das das Teilen von Zeitspar‑Tipps und Best Practices ermöglicht.
Nimblemind — Plattform für Gesundheitsorganisationen, um klinische, multimodale Daten schneller und sicherer für KI aufzubereiten – inklusive Automatisierung, Audit‑Trails und APIs.
Plurall AI — Proprietäre Technologie zur Erkennung multimodaler Deepfakes, von Grund auf neu entwickelt statt als Add‑on auf bestehenden Modellen.
PRVIEW — Plattform für PR‑Profis, die das Monitoring von Speaker‑Slots und Award‑Programmen automatisiert, anstatt diese mühsam in Tabellen zu pflegen.
Rayda — Unterstützt IT‑Abteilungen dabei, Remote‑Mitarbeiter in über 170 Ländern mit Hardware auszustatten, Geräte zu konfigurieren, zu versenden, zu tracken und bei Offboarding zu recyceln.
Sponstar — Hilft Marketern, aus Events oder Städten digitale Schnitzeljagden mit Quests, Belohnungen und Pokémon‑Go‑ähnlichen Erlebnissen zu machen.
Unthread — Helpdesk, der von Grund auf um Slack herum gebaut ist, Konversationen beobachtet und aus ihnen Tickets ableitet, bevor Probleme eskalieren.
Visualsyn — Plattform, mit der Unternehmen 3D‑ und XR‑Inhalte für das Web erstellen, bearbeiten und veröffentlichen können, inklusive Erfassung über Mobilgeräte mit On‑Device‑KI.
WeShop AI — KI‑Videoagent, der aus einem Prompt professionelle Produktfotos erzeugt; E‑Commerce‑Shops und Influencer können ein Bild hochladen und hochwertige Shooting‑Bilder generieren lassen.
ZETIC.ai — Dev‑Tool, mit dem sich Echtzeit‑KI direkt auf Endgeräten der Nutzer ausführen lässt – als Alternative zu teurer Cloud‑KI und um Wachstum von Cloudkosten zu entkoppeln.
Zinnia — KI‑gestützte Plattform, die Daten für den Vertrieb sammelt und als Sales‑Assistent fungiert – mit dem Anspruch, Verkäufer produktiver zu machen, nicht sie zu ersetzen.
Ausblick auf Disrupt 2026
Das Startup Battlefield ist jedes Jahr ein Stimmungs‑Barometer für die Branche. 2025 im Enterprise‑Segment heißt das: KI‑Agenten überall – eingebettet in Governance, Compliance und sehr konkrete Business‑Prozesse.
TechCrunch Disrupt 2026 findet vom 13. bis 15. Oktober in San Francisco statt, mit mehr als 200 Sessions und Hunderten von Startups. Wer heute Enterprise‑Software baut oder beschafft, dürfte dort noch deutlich mehr agenten‑zentrierte, KI‑native Werkzeuge sehen – und einen weiter verschärften Wettbewerb um den Cup und die 100.000 US‑Dollar.



