CES 2026 in Las Vegas liefert wieder alles, was man erwartet: riesige Displays, KI in jeder Produktkategorie und gigantische Messestände. Die wirklich spannenden Geschichten verstecken sich aber in den Geräten, bei denen Sie unweigerlich denken: „Wer hatte diese Idee?“
Hier ein Überblick über die bizarrsten Neuheiten – von holografischen Anime-Assistenten bis zu musikalischen Lutschern und einem 5.000‑Dollar-Roboter à la Wall‑E.
Holografischer Anime-Assistent, der Sie beobachtet
Razer hat Project AVA, das ursprünglich als KI-Coach für den E‑Sport vorgestellt wurde, zu einem 5,5‑Zoll‑Hologramm für den Schreibtisch weiterentwickelt.
Nutzerinnen und Nutzer können aus verschiedenen Avataren wählen, etwa der Anime-Figur Kira oder dem muskulösen Zane. AVA soll:
- bei Gaming-Strategien helfen,
- Produktivität und Tagesplanung unterstützen,
- sogar persönliche Ratschläge geben.
Technisch fällt vor allem eines auf: Eine eingebaute Kamera beobachtet permanent Sie und Ihren Bildschirm. Dank Eye-Tracking, Mimik und Lip-Sync wirken die Interaktionen auffallend lebensecht.
Noch ist AVA ein Konzept ohne Preis oder Starttermin. Angesichts des Überwachungsfaktors ist es aber vielleicht ganz gut, dass Razer sich mit einer Markteinführung Zeit lassen kann.
Kuschelige KI-Baby-Panda für Seniorinnen und Senioren
An’An vom Unternehmen Mind with Heart Robotics sieht aus wie ein Plüschtier, zielt aber auf ein ernstes Thema: Unterstützung im Alter.
Der Panda-Roboter besitzt über den ganzen Körper verteilt Berührungssensoren und reagiert natürlich, wenn man ihn hält oder streichelt. Seine emotionale KI merkt sich:
- Ihre Stimme,
- wie Sie mit ihm interagieren,
- welche Inhalte und Aktivitäten Sie bevorzugen.
Mit der Zeit entstehen so personalisierte Interaktionen. An’An soll:
- rund um die Uhr emotionale Begleitung bieten,
- Einsamkeit reduzieren,
- an tägliche Aufgaben erinnern,
- Pflegekräften Informationen über das Wohlbefinden liefern.
Damit positioniert sich das System irgendwo zwischen Therapie-Tier, smarter Lautsprecher und digitalem Betreuer.
500‑Dollar-Eiswürfelmaschine mit KI gegen Lärm
Die Smart-Home-Marke GoveeLife bringt mit dem Smart Nugget Ice Maker Pro eine Arbeitsplatten-Eismaschine, die dank KI leiser sein soll als typische »Nugget Ice«-Geräte.
Kernstück ist AI NoiseGuard. Die Technik erkennt, wenn die Maschine droht zu vereisen und laute Geräusche zu produzieren. Noch bevor es dazu kommt, löst sie einen automatischen Defrost-Zyklus aus.
Die Eckdaten:
- erste Portion Eis nach ca. 6 Minuten,
- bis zu 60 Pfund (rund 27 kg) Eis pro Tag,
- Behälter fasst 3,5 Pfund.
Preis: 499,99 US‑Dollar. Verkaufsstart ist der 15. Januar über Amazon, govee.com, Walmart und Best Buy. Für Perfektionistinnen und Perfektionisten in Sachen Eiswürfel ist das die neue obere Preisklasse.
Ultraschall-Küchenmesser mit 30.000 Vibrationen pro Sekunde
Seattle Ultrasonics präsentiert ein Küchenmesser, dessen Klinge mit über 30.000 Schwingungen pro Sekunde vibriert.
Die Idee dahinter: Durch die Hochfrequenzbewegung verhält sich die Klinge deutlich schärfer, als es die reale Schneide vermuten lässt. Schneiden von:
- Gemüse,
- Fleisch,
- Brot und Krusten
soll so merklich leichter werden.
Laut Hersteller sind die Vibrationen weder sichtbar noch hörbar; im Griff sei kein Kribbeln spürbar.
Der Preis liegt bei 399 US‑Dollar, das Messer ist bereits vorbestellbar. Ob sich das Konzept im Alltag bewährt oder als teures Spielzeug in der Schublade landet, bleibt abzuwarten.
Musikalischer Lutscher, der Ice Spice direkt in Ihrem Kopf abspielt
Das Unternehmen Lollipop Star nutzt Bone-Conduction-Technologie, um aus einem Lutscher ein privates Audiogerät zu machen.
Während Sie den Lutscher im Mund haben, übertragen Vibrationen den Sound über die Schädelknochen direkt ins Innenohr. Außenstehende hören nichts, Sie brauchen keine Kopfhörer.
Die Kombinationen aus Künstler und Geschmack:
- Ice Spice – Pfirsich,
- Akon – Blaubeere,
- Armani White – Limette.
Damit wird der Zucker-Boost um einen Mini-Konzertmoment erweitert – ein eher ungewöhnlicher Ansatz für Wearable Audio.
Wall‑E‑ähnlicher Heimroboter, der auch mit ins Camping kommt
Zeroth Robotics zeigt mit dem W1 einen Roboter, der optisch stark an Pixar’s Wall‑E erinnert und als Familienbegleiter vermarktet wird.
Laut Website des Unternehmens bietet der W1 für 4.999 US‑Dollar:
- 24/7 KI‑gestützte Haussicherheit,
- 360‑Grad-Mobilüberwachung,
- Integration in Smart‑Home‑Systeme,
- Sofortwarnungen bei Rauch oder Einbruchsversuchen.
Außerhalb der Wohnung soll der W1 zum »Adventure Companion« werden:
- Transport von Camping-Ausrüstung,
- automatisches Folgen als Familienfotograf,
- Bereitstellung mobiler Energie für Unterhaltung unterwegs.
Ob er – anders als sein filmisches Vorbild – jemals Müll sortieren darf, ist offen.
Ei-förmiges Hormon-Messgerät für zu Hause
Der Ultra4 Hormone Monitor von Mira ist ein ei-förmiges Gerät für die Analyse von Reproduktionshormonen per Urintest im eigenen Bad.
Der Ablauf:
- Auf einen Teststab urinieren.
- Stab in das Gerät einführen.
- Die Elektronik misst vier Hormone:
- FSH (Follikel-stimulierendes Hormon),
- LH (Luteinisierendes Hormon),
- E3G (Estron‑3‑Glucuronid),
- PdG (Pregnandiol‑3‑Glucuronid).
Zum Preis von 249 US‑Dollar soll Mira damit:
- die sechs fruchtbaren Tage des Zyklus präziser bestimmen,
- Hinweise auf Zustände wie PCOS, PMDD, Perimenopause und Menopause liefern.
Für Nutzerinnen, die bislang nur Apps mit Kalenderlogik verwenden, ist das ein deutlicher Schritt hin zu tatsächlichen Hormonwerten – ohne regelmäßige Laborbesuche.
CES 2026 demonstriert eindrucksvoll, wie weit Konsumelektronik inzwischen reicht: Von KI-Pandas und musikalischen Süßigkeiten bis zu ultraschallbetriebenen Messern verschwimmt die Grenze zwischen ernsthaftem Produkt, Gesundheits-Tool und purem Technik-Experiment immer mehr.



