DoorDash sperrt Fahrer, der Lieferung angeblich mit KI vorgetäuscht hat

5. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
DoorDash-App auf einem Smartphone neben einer Liefer-Tasche für Essen

DoorDash hat nach eigenen Angaben das Konto eines Fahrers dauerhaft gesperrt, nachdem ein Kunde behauptet hatte, der Fahrer habe mit einem KI-generierten Foto eine Lieferung nur vorgetäuscht.

Der Fall stammt vom in Austin lebenden Byrne Hobart und wurde zuerst von Nexstar berichtet. Hobart schilderte den Vorgang in einem Beitrag auf X und schrieb: "Amazing. DoorDash driver accepted the drive, immediately marked it as delivered, and submitted an AI-generated image of a DoorDash order (left) at our front door (right)."

Der Beitrag verbreitete sich schnell, woraufhin Hobart weitere Details nachreichte. Er räumte ein, dass seine Geschichte online "pretty easy" zu fälschen wäre, verwies aber auf eine weitere Person im Thread, die berichtete, ihr sei in Austin dasselbe mit demselben angezeigten Fahrernamen passiert.

Hobart skizzierte außerdem eine mögliche technische Erklärung. Seiner Vermutung nach nutzte der Fahrer ein gehacktes Dasher-Konto auf einem „jailbroken“ Smartphone und griff auf ein echtes Foto seiner Haustür über eine DoorDash-Funktion zu, die Fahrer Bilder früherer Lieferungen an diese Adresse einsehen lässt. Dieses reale Bild könnte dann in ein generatives KI-Tool eingespeist worden sein, um daraus ein glaubwürdiges "Liefernachweis"-Foto zu erzeugen – ohne jemals tatsächlich vor der Tür zu stehen.

DoorDash selbst hat den Vorfall nach eigener Aussage geprüft. Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber TechCrunch: "After quickly investigating this incident, our team permanently removed the Dasher’s account and ensured the customer was made whole. We have zero tolerance for fraud and use a combination of technology and human review to detect and prevent bad actors from abusing our platform."

Weitere technische Details nannte DoorDash nicht. Der Fall unterstreicht jedoch ein grundsätzliches Problem: Plattformen der Gig-Economy verlassen sich stark auf visuelle Nachweise wie Fotos, um Streitfälle zu klären. Mit realistisch generierten Bildern aus KI-Systemen wird dieses Beweisstück deutlich schwächer.

Im konkreten Fall ist der Fahrer von der Plattform verbannt und der Kunde entschädigt. Langfristig steht DoorDash – wie auch andere Lieferdienste – jedoch vor der Aufgabe, Betrugserkennung so weiterzuentwickeln, dass selbst perfekt aussehende KI-Bilder nicht mehr als verlässlicher Beweis durchgehen.

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