Google Classroom nutzt Gemini, um Unterricht in Podcast-Lektionen zu verwandeln

7. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Lehrkraft erstellt mit Google Classroom Gemini eine Unterrichtslektion im Podcast-Stil

Google bringt das Podcast-Format direkt ins virtuelle Klassenzimmer.

In Google Classroom steht ab sofort ein neues Gemini-basiertes Tool bereit, das Unterrichtsinhalte in Audiolektionen im Podcast-Stil umwandelt. Ziel ist ein besseres Textverständnis und mehr Flexibilität für Lernende, die Inhalte später erneut anhören möchten.

So funktioniert das Gemini-Tool in Classroom

Lehrkräfte finden die Funktion im Gemini-Tab von Google Classroom. Dort können Sie:

  • die passende Jahrgangsstufe auswählen,
  • Themen und klare Lernziele definieren,
  • die Anzahl der Sprecher festlegen,
  • einen Gesprächsstil bestimmen, z. B.:
    • Interview,
    • Roundtable-Diskussion,
    • lockerer Dialog.

Gemini generiert daraus eine Audiolektion, die wie eine Podcast-Episode aufgebaut ist. Schülerinnen und Schüler können diese anhören, wenn sie gefehlt haben, sich auf Prüfungen vorbereiten oder lieber hören als lesen.

Das Feature steht Institutionen mit Google Workspace Education Fundamentals, Standard und Plus zur Verfügung.

Warum setzt Google auf Podcasts?

Google orientiert sich an einem Medium, das gerade bei Jüngeren etabliert ist. Laut von dem Unternehmen herangezogenen Daten gibt es in den USA schätzungsweise 35 Millionen monatliche Podcast-Hörerinnen und -Hörer der Generation Z. Hochschulen veröffentlichen zudem immer häufiger Vorlesungen und Wissensformate als Podcasts.

Mit dem Schritt ins Audioformat verfolgt Google zwei zentrale Ziele:

  • Anschluss an die Lebenswelt der Lernenden – Inhalte landen dort, wo ohnehin schon gehört wird.
  • Förderung selbstständigen Lernens – Episoden lassen sich pausieren, zurückspulen und beliebig oft erneut abspielen.

Generative KI im Unterricht: Chance und Risiko

Die Einführung fällt in eine Phase, in der viele Lehrkräfte noch ringen, wie sie generative KI pädagogisch sinnvoll einsetzen. Sorgen bereitet vor allem, dass Schülerinnen und Schüler Tools wie ChatGPT zur Bearbeitung von Aufgaben nutzen, ohne den Stoff wirklich zu durchdringen.

Google positioniert Gemini ausdrücklich als Assistenzsystem. Lehrkräfte sollen sämtliche KI-generierten Inhalte sorgfältig prüfen und bei Bedarf überarbeiten, bevor sie diese im Unterricht einsetzen – und sie mit schulischen Vorgaben sowie Richtlinien für „verantwortungsvolle KI“ abgleichen.

Ausbau von Gemini for Classroom seit 2024

Gemini for Classroom wurde 2024 eingeführt. Seitdem erweitert Google das Angebot schrittweise. Im Juni kamen umfangreiche Neuerungen hinzu, die Lehrkräfte unterstützen sollen bei:

  • der Ideenfindung für Unterrichtsaktivitäten,
  • der Ausarbeitung von Unterrichtsreihen und -plänen,
  • der Anpassung von Materialien an unterschiedliche Lerngruppen.

Die neuen Podcast-Lektionen sind der nächste Baustein: Sie verlagern Teile der Inhaltserstellung auf KI, lassen Lehrkräften aber die volle Kontrolle darüber, was letztlich im Klassenraum ankommt.

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