CES 2026: Google macht mit Gemini den Fernseher zur Sprach‑ und KI‑Zentrale

5. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Google-Gemini-Oberfläche auf einem Fernseher in einem Wohnzimmer

Google verlegt sein KI‑Flaggschiff Gemini vom Smartphone mitten ins Wohnzimmer.

Auf der CES 2026 in Las Vegas hat das Unternehmen neue Gemini‑Funktionen für Google‑TV‑Geräte vorgestellt. Sie sollen die Inhalte‑Suche vereinfachen, Einstellungen per Sprache steuern und persönliche Fotos sowie Videos mithilfe von KI auf dem großen Bildschirm neu inszenieren.

Zunächst kommen die Funktionen auf ausgewählte Fernseher von TCL, bevor sie in den kommenden Monaten schrittweise auf weitere Google‑TV‑Geräte ausgerollt werden. Sie bauen auf der Einführung von Gemini auf Google TV im November auf.

Fernseher per Sprache steuern

Gemini für Google TV ist speziell für große Bildschirme und natürliche Dialoge konzipiert. Statt sich durch Menüs zu klicken, sprechen Sie einfach mit dem Fernseher.

Google zufolge können Sie künftig:

  • per Sprache nach etwas zum Anschauen suchen,
  • sich eine Zusammenfassung Ihrer Lieblingsserie geben lassen,
  • Empfehlungen erhalten – alles in normaler Alltagssprache.

Beispiele, die Google demonstriert:

  • Bitten Sie Gemini um einen Vorschlag, der den Geschmack von zwei Personen kombiniert.
  • Beschreiben Sie Handlung oder Schauspieler, wenn Ihnen der Titel entfallen ist.
  • Fragen Sie: „Was ist das neue Krankenhaus‑Drama, über das alle reden?“

Die Antworten erscheinen in einem neuen, visuell reichhaltigen Layout, das sich dynamisch an die jeweilige Anfrage anpasst und bei Bedarf Text, Bilder, Videokontext und Live‑Sportdaten kombiniert.

Vom Entertainment zum Lernen

Google sieht den Fernseher mit Gemini nicht nur als Unterhaltungsgerät, sondern auch als Lernoberfläche.

Stellen Sie eine Frage zu einem Thema, das Sie besser verstehen möchten, kann der TV‑Bildschirm eine erzählte, interaktive Übersicht anzeigen, die komplexe Sachverhalte vereinfacht. Anschließend können Sie Nachfragen stellen und sich Schritt für Schritt tiefer in das Thema arbeiten – in derselben Konversationsform wie auf dem Smartphone, nur mit deutlich mehr Platz auf dem Display.

Der große Bildschirm erlaubt es Gemini, Diagramme, Clips, Bilder und Text nebeneinander darzustellen, anstatt alles auf einen kleinen Screen zu quetschen.

Google Photos auf der großen Bühne

Gemini zieht auch in Ihre persönliche Mediathek ein.

Auf Google TV können Sie künftig:

  • Ihre Google‑Photos‑Bibliothek nach bestimmten Personen oder Momenten durchsuchen,
  • mit Gemini KI künstlerische Stile auf Fotos und Videos anwenden,
  • Erinnerungen als filmische Diashows auf dem Fernseher präsentieren.

Die Funktionen basieren auf KI, greifen aber auf Ihr bestehendes Google‑Photos‑Konto zu und verwandeln den Fernseher in einen deutlich dynamischeren digitalen Bilderrahmen.

„Der Bildschirm ist zu dunkel“ – und Gemini regelt den Rest

Die vielleicht alltagstauglichste Neuerung ist die Sprachsteuerung für Einstellungen.

Statt sich durch verschachtelte Menüs zu kämpfen, können Sie Gemini einfach sagen:

  • „Der Bildschirm ist zu dunkel.“
  • „Ich kann die Dialoge nicht hören.“

Gemini passt daraufhin die relevanten Bild‑ oder Toneinstellungen an, ohne die laufende Sendung oder den Film zu unterbrechen.

Für alle, die sich schon einmal in kryptischen Bildmodi und Audio‑Presets verloren haben, ist das ein spürbares Komfort‑Upgrade.

Voraussetzungen und Verfügbarkeit

Um Gemini auf dem Fernseher nutzen zu können, gelten einige Bedingungen:

  • Geräte: Start auf ausgewählten TCL‑Fernsehern, später auf weiteren Google‑TV‑Geräten.
  • Software: Erforderlich ist Android TV OS 14 oder höher.
  • Verbindung: Eine Internetverbindung ist notwendig.
  • Konto: Für das Gemini‑Erlebnis auf dem TV brauchen Sie ein Google‑Konto.
  • Verfügbarkeit: Nicht alle Sprachen, Länder oder Geräte werden zum Start unterstützt.

Google nennt bislang keinen detaillierten Rollout‑Zeitplan und auch keine vollständige Liste der Regionen oder Modelle, die zuerst versorgt werden.

Deutlich ist jedoch die strategische Richtung: Der Fernseher soll von der passiven Mattscheibe zur aktiven KI‑Oberfläche werden. Mit Gemini als Schaltzentrale im Hintergrund rückt das Wohnzimmer als wichtiger KI‑Touchpoint in den Fokus – gesteuert mit wenigen Sätzen statt vielen Klicks.

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