Google TV wird zur Gemini-Plattform: KI-Bilder, Videos und smarter Sprachregler für Einstellungen

5. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Wohnzimmer mit großem Fernseher, auf dem die Google‑TV‑Oberfläche mit Gemini‑KI angezeigt wird

Google TV bleibt nicht mehr nur bei Apps und Streams stehen – die Plattform wird zur Spielfläche für Googles KI‑Modelle.

Auf der CES hat Google eine deutliche Erweiterung von Gemini auf Google TV angekündigt. Nutzer können künftig KI‑Bilder und ‑Videos direkt auf dem Fernseher erzeugen und gleichzeitig einen deutlich mächtigeren Sprachassistenten nutzen, der sogar Systemeinstellungen anpasst.

Gemini, Nano Banana und Veo auf dem Fernseher

Das Update bringt mehrere zentrale Google‑Modelle direkt auf Geräte mit Google TV:

  • Gemini für Chatbot‑ähnliche Interaktionen
  • Nano Banana für Bildgenerierung und Bildbearbeitung
  • Veo für Videogenerierung

Gemini war bereits seit Herbst 2025 auf der TV‑Streamer‑Box integriert. Jetzt zieht die volle Palette an visuellen Funktionen auf Smart‑TVs um.

Der Start erfolgt zunächst auf TCL‑Fernsehern mit Google TV. Andere Geräte – einschließlich Googles eigenem TV Streamer – sollen erst einige Monate später folgen.

Wichtig ist eine klare technische Hürde: Die neuen Gemini‑Funktionen setzen die vollständige Google‑TV‑Erfahrung mit Android OS 14 oder höher voraus. Ältere oder abgespeckte Varianten bleiben außen vor.

KI‑Diashows, Bildremixe und Videos aus Standbildern

Herzstück des Updates ist die Integration mit Google Fotos – sofern Sie den Zugriff erlauben.

Gemini kann Ihre Bilder dann direkt auf dem Fernseher verarbeiten:

  • Ad‑hoc‑Diashows aus ausgewählten Fotos erstellen.
  • Mit Nano Banana einzelne Fotos remixen oder visuell verändern.
  • Ein Standbild an Veo übergeben, das daraus ein Video generiert.

Alternativ geben Sie lediglich einen Text‑Prompt ein und lassen ein komplett neues Bild oder Video von der KI erzeugen – ganz ohne eigenes Ausgangsmaterial.

Google selbst ordnet das eher als Spielerei am Rand der eigentlichen TV‑Nutzung ein. Auf einem großen 4K‑Display wirken die Ergebnisse aber ungleich eindrucksvoller als auf Smartphone‑Größe.

Ein TV‑optimiertes Gemini‑Interface

Gemini auf Google TV ist nicht einfach der Chatbot aus dem Browser im Großformat. Google spricht von einem „visuell reichen Framework“, das speziell für die Anzeige auf dem Fernseher entwickelt wurde.

Das bedeutet unter anderem:

  • Sportergebnisse und schnelle Infos lassen sich per Sprache abfragen.
  • Sehempfehlungen („Was soll ich heute Abend schauen?“) kommen direkt aus Gemini.
  • Eine „Dive Deeper“‑Option erweitert Antworten zu einer interaktiven Übersicht zum jeweiligen Thema.

Statt langer Textblöcke soll eine Art Dashboard‑Ansicht entstehen, die sich aus mehreren Metern Entfernung noch gut lesen lässt.

Sprachbefehle, die in die Einstellungen greifen

Besonders alltagstauglich ist die Möglichkeit, dass Gemini aktiv Einstellungen ändert.

Anstatt sich durch verschachtelte Menüs zu klicken, können Sie das Problem einfach beschreiben. Googles Beispiel:

Wenn Sie sagen „Die Dialoge sind zu leise“, passt Gemini die Audioeinstellungen automatisch an.

Das deutet auf ein breiteres Szenario hin: Aussagen wie „Das Bild ist zu dunkel“ oder „Der Ton ist zu schrill“ könnten ausreichen, damit die KI die passenden Regler findet.

Verfügbarkeit: Wer profitiert zuerst?

Nach den Angaben zur Einführung ergibt sich folgendes Bild:

  • Zuerst: TCL‑Smart‑TVs mit Google TV.
  • Später: Weitere Google‑TV‑Geräte, inklusive Google TV Streamer, mit einigen Monaten Abstand.
  • Nie: Geräte ohne Android 14 oder höher und ohne die volle Google‑TV‑Oberfläche.

Das Wohnzimmer als neue KI‑Fläche

Fernseher‑Hersteller und Plattformbetreiber sehen das Wohnzimmer zunehmend als Fläche für KI‑Experimente. Google nutzt Gemini, um die Grenze zwischen klassischer TV‑Nutzung und dialogorientiertem Computing zu verwischen.

Aktuell bedeutet das KI‑Diashows, Videos aus Standbildern und einen Assistenten, der Einstellungen anpasst, ohne dass Sie die Menüstruktur kennen müssen. Langfristig könnte der Satz „Was läuft heute Abend?“ nur eine von vielen Fragen sein, die Sie direkt an den Bildschirm richten.

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