Plaud NotePin S: KI-Anstecker mit Find My trifft Desktop-Notizen für Online-Meetings

5. Januar 2026
5 Min. Lesezeit
Plaud NotePin S KI-Anstecker mit Clip, Lanyard, Magnetbefestigung und Armband

Plaud schärft sein Profil als Spezialist für Meeting-Mitschnitte – mit Hardware am Revers und Software auf dem Desktop.

Vor der CES 2026 in Las Vegas bringt der Hardwarehersteller den Plaud NotePin S auf den Markt, einen neuen KI-basierten Aufnahme-Pin für 179 US‑Dollar, sowie eine Desktop-App, die automatisch Notizen aus Ihren Online-Meetings erstellt.

Ein KI-Pin mit echtem Knopf

Plaud hat 2024 seinen ersten Pin-förmigen Notetaker vorgestellt, der bei TechCrunch gut ankam. Der NotePin S ist die zweite Generation: kompakter, flexibler zu tragen – und diesmal mit einem klaren Bedienkonzept.

Kernstück ist ein physischer Knopf:

  • Start/Stopp der Aufnahme per Druck
  • per Tippen während des Gesprächs lassen sich wichtige Momente markieren – ähnlich wie beim neuen Plaud Note Pro.

Damit bietet der Pin etwas, was viele reine Software-Lösungen nur schwer abbilden: eine explizite Markierung der wirklich relevanten Stellen im Gespräch.

Technische Daten: 20 Stunden Laufzeit, 64 GB Speicher

Beim Innenleben bleibt Plaud der bisherigen Plattform treu:

  • 64 GB interner Speicher
  • bis zu 20 Stunden ununterbrochene Aufnahmezeit
  • zwei MEMS-Mikrofone
  • optimiert für klare Aufnahmen in einem Radius von rund 9,8 Fuß (ca. 3 Meter)
  • inklusive 300 Minuten Transkription pro Monat ohne Aufpreis

Gegenüber dem Note Pro sind Reichweite und Akkulaufzeit geringer. Im Gegenzug ist der NotePin S kleiner und lässt sich diskreter und vielseitiger tragen.

Clip, Lanyard, Magnet, Armband

Plaud positioniert den Pin klar für Menschen, die viel unterwegs sind – etwa Sales-Teams, Gründerinnen und Gründer, Journalistinnen und Journalisten oder Mediziner.

Im Paket für 179 US‑Dollar sind enthalten:

  • ein Clip
  • ein Lanyard
  • ein magnetischer Pin
  • ein Armband

Sie können das Gerät an Jacken und Taschen klipsen, um den Hals tragen oder wie einen minimalistischen Recorder am Handgelenk befestigen.

Neu ist außerdem die Unterstützung für Apple Find My: Wenn der NotePin S verschwindet, können Sie ihn über die „Wo ist?“-App aufspüren.

Der NotePin S ist bereits das vierte Gerät von Plaud, insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Geräte verkauft.

Vom Konferenzraum ins Videomeeting

Bisher lag der Fokus von Plaud klar auf Präsenz-Meetings. Mit dem NotePin S bleibt das so – doch parallel dazu greift das Unternehmen jetzt auch den Markt der KI-Meeting-Notetaker an.

Dafür gibt es eine neue Desktop-App, die mit gängigen Meeting-Plattformen zusammenarbeitet und Lösungen wie Granola, Fathom und Fireflies Konkurrenz machen soll.

Die Funktionsweise im Überblick:

  • Meeting-Erkennung: Die App erkennt, wenn ein Online-Meeting läuft, und schlägt vor, die Aufzeichnung zu starten.
  • Systemaudio (Mac): Unter macOS zeichnet sie den Systemton auf, also genau das, was Sie im Call hören.
  • KI-Strukturierung: Nach dem Gespräch wandelt die KI das Protokoll in strukturierte Notizen um – statt nur einen Roh-Transkript auszugeben.

Für Anwender bedeutet das weniger Nacharbeit: Entscheidungen, Aufgaben und offene Punkte sollen klarer hervorgehoben werden.

Multimodale Notizen jetzt auch auf dem Desktop

Bereits im vergangenen Jahr hat Plaud seine App um multimodale Eingaben erweitert. Nutzerinnen und Nutzer konnten zu Audio-Transkripten Bilder und getippte Notizen hinzufügen.

Diese Funktionen kommen nun auch in die Desktop-App. Während oder nach einem Meeting lassen sich:

  • Screenshots oder Fotos anhängen
  • zusätzliche Textnotizen oder Stichpunkte erfassen
  • alle Informationen gemeinsam mit dem zugrunde liegenden Transkript verwalten

Gerade in hybriden Arbeitsmodellen ist das relevant: Wichtige Informationen stecken oft in Folien, Whiteboard-Fotos oder Chatnachrichten – nicht nur im gesprochenen Wort.

Positionierung im Markt der KI-Notetaker

Der Markt für KI-gestützte Notizlösungen ist gespalten:

  • reine Software-Assistenten, die sich in Zoom, Teams oder Meet einklinken (z.B. Fathom, Fireflies, Granola)
  • spezialisierte Hardware, die vor allem physische Meetings aufzeichnet

Plaud versucht, beide Welten zu verbinden. NotePin S deckt Gespräche im Büro, unterwegs oder auf Konferenzen ab, während die Desktop-App die klassische Videokonferenz bedient.

Die Hardware bringt einige greifbare Vorteile:

  • verlässlichere Aufnahmen in realen, lauten Umgebungen als viele Laptop-Mikrofone
  • ein physischer Marker-Knopf für wichtige Stellen
  • ein Formfaktor, den man den ganzen Tag tragen kann

Offen bleiben Fragen zu Datenschutz und Compliance, insbesondere für Unternehmenskunden. In der Ankündigung stehen bislang Funktionen im Vordergrund, nicht Governance-Regeln.

Fazit

Mit dem NotePin S und der neuen Desktop-App geht Plaud kein allumfassendes „KI-Assistent“-Versprechen ein. Stattdessen adressiert das Unternehmen ein sehr konkretes Problem: dass nach Meetings oft nur bruchstückhafte oder gar keine Notizen existieren.

Gelingt es Plaud, zuverlässige Aufnahmen, sinnvolle KI-Zusammenfassungen und ein transparentes Preismodell für zusätzliche Transkriptionsminuten jenseits der 300 kostenlosen Minuten pro Monat zu liefern, könnte sich das Ökosystem aus Pin und Desktop-App als attraktive Lösung für moderne Wissensarbeit etablieren.

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